Wie sich demente Menschen fühlen

Am „Care Table“ der Diakonie-Tagespflege konnten Gäste ihr Geschick beim Memory-Spiel testen. ©DeineDiakonie/Anke Fuchs

Unterstützt von Nicole Qwilmann probierte Wolfgang Mönisch aus, wie es sich anfühlt, wenn Arme und Beine unkontrolliert zittern. ©DeineDiakonie/Anke Fuchs

Demenzberaterin Silke Stitz (l.) und Heike Hagenlüke, Leiterin des Projekts „Sing mit“, hielten Vorträge über ihre Wissensgebiete. ©DeineDiakonie/Anke Fuchs

Rund 100 Interessierte besuchten den „Thementag“ von DeineDiakonie

Gütersloh, 01. Oktober 2025. Wie fühlt es sich an, wenn die eigenen Arme und Beine unkontrolliert zittern? Das konnten Interessierte beim „Thementag Demenz“ von DeineDiakonie* in Gütersloh selbst erleben. Überwiegend ging es jedoch fröhlich zu, etwa beim „Markt der Möglichkeiten“ im Haus der Begegnung der Evangelischen Kirchengemeinde oder bei Musik und Gesang in der Tagespflege der Diakonie an der Kirchstraße.

Etwa 100 Besucherinnen und Besucher nutzten am Samstag die Gelegenheit, mehr über die Krankheit zu erfahren. Unter dem Motto „Demenz – Mensch sein und bleiben“ präsentierten auch der Kreissportbund (KSB) und die Alzheimer Gesellschaft Kreis Gütersloh ihre Angebote. Die Betreuungsgruppen Café Miteinander und Leuchtpunkte animierten zum Malen und luden zum herbstlich geschmückten Kaffeetisch ein. Betroffene erfuhren Details zu konkreten Hilfen und konnten direkt mit den Ansprechpartnern reden.

Eine Herausforderung für gesunde Menschen stellte der Demenz-Parcours dar. Unter erschwerten Bedingungen versuchten sie beispielsweise, ein Kleidungsstück anzuziehen.

Wie wichtig Nähe und Berührung für Betroffene sind, machte Ingrid Werner deutlich. Sie berichtete von ihrem Projekt „Tanz mal wieder.“ Darin geht es keineswegs um perfekte Schrittfolgen. Vielmehr bewegt sich Jede und Jeder frei nach Gefühl zur Musik, manche gern auch als Paar. Auf diese Weise werden Fähigkeiten reaktiviert, die vergessen scheinen. So erzählte eine Teilnehmerin voller Freude: „Wenn ich hier bin, führt mich mein Mann wieder übers Parkett.“

Heike Hagenlüke will mit ihrem Projekt „Sing mit“ dazu beitragen, dass demenziell Erkrankte wieder mehr Lebensfreude gewinnen. Außerdem rege Singen zum Beispiel das Gehirn an, betonte sie, ehe sie das Lied „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens anstimmte.

„Ein Mensch mit Demenz ist weit mehr als seine Diagnose.“ Mit diesen Worten brachte Demenz-Beraterin Silke Stitz in ihrem Vortrag die Erkenntnis vieler Gäste auf den Punkt.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt; mit Kaffee-Spezialitäten und frischen Reibeplätzchen aus einer Puffer-Bräterei. „Ein rundum gelungener Tag“, so Anke Fuchs, Fachberaterin für Senioren- und Ehrenamtsarbeit von DeineDiakonie.