Tatiana Kulakova nutzt Erfahrungen aus Gronau für neues Tageshospiz in Verl

Künftige Leiterin hospitierte zwei Tage lang im Josef-Haus

Kreis Gütersloh / Verl, 16.06.2026. Nun steht fest, wer das neue Tageshospiz von DeineDiakonie* in Verl führen wird: Tatiana Kulakova. Sie ist seit 2013 bei der Diakonie und seit vier Jahren Leiterin der Pflege-WG Trinitatis am Brockweg in Gütersloh. Passend zum Start des Tageshospiz wechselt sie jetzt ab dem Herbst 2026 in die Ölbachstadt. Um sich optimal vorzubereiten, hat die erfahrene Pflegefachkraft mit palliativer Weiterbildung kürzlich in Gronau das erste und bisher einzige eigenständige Tageshospiz in Nordrhein-Westfalen besucht. Dabei erfuhr die 43-Jährige auch Überraschendes für die eigene Einrichtung.


Im Josef-Haus in Gronau-Epe ist kein Tag wie der andere. Tatiana Kulakova hospitierte zwei Tage lang in der teilstationären Einrichtung. Diese folgt dem Prinzip „ambulant vor stationär“ und schließt damit eine Versorgungslücke in der Region. DeineDiakonie verfolgt das gleiche Ziel im Kreis Gütersloh (wir berichteten). In Gronau erläuterten Hausleiterin Marina Bloom und ihr Team der Hospitantin im Detail, wie sie ihr Konzept der Begleitung schwerstkranker und palliativer Gäste in die Praxis umsetzen.


Mit den Gästen sprach Tatiana Kulakova auch. „So habe ich neue Anregungen für den Tagesablauf in einem Tageshospiz gewonnen, der sich stark von dem in einer Pflege-WG unterscheidet“, sagte sie im Nachgang. Ein Beispiel: Anstelle eines wöchentlichen Speiseplans, wie im Haus Trinitatis üblich, wird im Josef-Haus täglich ein neuer Menüplan erstellt. Er orientiert sich an den Wünschen der Tagesgäste und enthält auch Aktionen, etwa Backen nach spanischem Rezept.
Spiele wichtiger als Kleiderschränke. Außerdem notierte die künftige Leiterin der Tagespflege Verl Erkenntnisse, die für Umbau und Einrichtung wichtig sind. Eine davon: Badewannen sind überflüssig. „Hier in Gronau haben wir sie kein einziges Mal benutzt“, so Marina Bloom. Kleiderschränke würden ebenfalls nicht gebraucht. Viel wichtiger seien Dinge wie Gesellschaftsspiele. Für Jüngere sollte eine Videospiel-Konsole im Angebot sein. Dazu erklärt die Hausleitung aus Gronau: „Während des gemeinsamen Spiels kommt man leichter ins Gespräch. Dadurch können wir gut herausfinden, wie es den Menschen gerade geht.“
Was Tatiana Kulakova als Hospitantin in Gronau am meisten überraschte, ist die große Bedeutung der Ehrenamtlichen. Daher hofft sie, dass sich auch in Verl viele Menschen im Tageshospiz engagieren möchten.


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Ebenso wie das Josef-Haus in Gronau, dessen Träger das St. Antonius-Hospital in Gronau ist, wird das Tageshospiz in Verl auf ein großes Netzwerk angewiesen sein. In Gronau reicht es vom ambulanten Pflegedienst über Haus- und Fachärzte sowie den Palliativdienst und Therapeuten bis hin zu Taxi-Unternehmen. Genauso wichtig: Freunde und Förderer der Einrichtung.
Wer Näheres zum Thema Tageshospiz in Verl erfahren, sich austauschen oder das Vorhaben unterstützten möchte, kann sich gern an DeineDiakonie wenden unter Tel. 05241-98671000 oder per E-Mail: zentrale@diakonie-guetersloh.de