Bielefeld-Senne, 20. November 2025. Der Lions Club Leineweber Bielefeld hat 9.000 Euro für die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) von DeineDiakonie* im Bielefelder Süden gespendet. Es handelt sich um den Erlös aus den jüngsten beiden Benefiz-Golfturnieren des Clubs. Das Geld kommt gezielt rund 180 Kindern und Jugendlichen an fünf Orten im Bielefelder Süden zugute: Sie helfen bei der Planung und Zubereitung von Mahlzeiten, essen gemeinsam und erfahren viel über gesunde und nachhaltige Ernährung.
„Der Bielefelder Lions Golf Cup war auch 2025 wieder eine erfolgreiche Veranstaltung mit 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, berichtete Club-Präsident Jens Schöning. „Nach einem kühlen Start folgte ein sonniges Ende auf der Terrasse des Bielefelder Golf Club e.V. Dieser hat uns die Anlage für das Charity-Turnier erneut kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!“
Zur bereits zehnten Scheckübergabe an DeineDiakonie* kamen Jens Schöning und seine Mitstreiter, die Club-Mitglieder Karl Wendt und Thomas Kopsieker, auf Einladung der Diakonie ins „Haus der offenen Tür“ (HoT) Senne. Dort verschafften sie sich selbst einen Eindruck davon, wie ihre Spende eingesetzt wird.
Scheck im HoT Senne übergeben
Essen verbindet. Das zeigt sich jeden Tag aufs Neue in diesem HoT. Der Treffpunkt für Kinder und Jugendliche befindet sich im Souterrain der Christuskirche an der Buschkampstraße. Ein schlichter, langgezogener Raum. Im hinteren Bereich ein Tresen. Dort werden Speisen verteilt, die oben in der Küche des HOT gekocht wurden.
„Hier in Senne passiert besonders viel“, erklärte Benjamin Varnholt, Geschäftsbereichsleiter Beratung in Gütersloh und Brackwede. Bis zu 60 Grundschul-Kinder kommen täglich nach dem Unterricht in das HoT Christus Senne. Ein Grund: In der etwa 100 Meter entfernten Grundschule stehen im offenen Ganztag (OGS) noch nicht genug Plätze für alle bereit. Janik Brinkkötter, Sozialarbeiter von DeineDiakonie im HoT Christus Senne und im Stadtteilzentrum Windflöte, sieht einen weiteren Grund in einer gewissen Sogwirkung, denn auch andere Grundschul-Kinder kommen gern ins HoT. „Uns war schnell klar, dass wir allen ein Mittagessen anbieten müssen. Sonst erhalten sie frühestens abends etwas Warmes zu Essen – oder auch gar nicht“, sagte der Sozialarbeiter.
„Das ist das Entscheidende an der Geschichte“
Der „Dreiklang“ aus Essensangebot, Hausaufgabenhilfe – in diesem Fall durch eine pensionierte Lehrkraft – und Freizeitgestaltung – etwa in einer Zirkus-AG – habe sich bewährt. Gekocht wird direkt im HoT Senne. Kinder, die früh eintreffen, dürfen dabei helfen, das Essen zuzubereiten. Außerdem erfährt der Nachwuchs viel Wissenswertes über Ernährung und Nachhaltigkeit, zum Beispiel bei Besuchen auf dem nahe gelegenen Gut Wilhelmsdorf. Dort hat DeineDiakonie ein Beet angemietet. Kinder und Jugendliche fahren mit dorthin, um zum Beispiel Salat zu ernten oder frische Kartoffeln zum Kochen zu verwenden. „Für manche Kinder war es neu, dass Lebensmittel aus der Landwirtschaft kommen und nicht im Supermarkt entstehen“, erinnert sich der Sozialarbeiter. Mehrere Kleingruppen befassten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Daraus entstand ein Plakat, das nun im Jugendraum hängt.
Die Geldspende der Lions wird in allen fünf Kinder- und Jugendzentren genutzt, die unter der Regie von DeineDiakonie laufen. In allen wird auch gekocht. Dabei gibt es kleine Unterschiede: In Ummeln zum Beispiel essen die Jugendlichen gemeinsam Abendbrot. Sonntags kochen sie zusammen. Im Matthias Claudius Haus gibt es einen Mittagsbereich mit Snacks. Im Stadtteilzentrum sowie im Treffpunkt Bisonweg wird gemeinsam gekocht. Täglich gibt es Snacks.
„Sie sehen: Ihre unkomplizierte Finanzspritze ist Gold wert“, betonte Benjamin Varnholt an die Lions gewandt. „Diese Hilfe für Kinder kommt direkt an, unabhängig von der Familiensituation, und das ist wichtig. Eltern wiederum können zahlreiche passgenaue Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen.“ Das sei zum Beispiel im Stadteilzentrum in der Windflöte möglich. Aber auch die anderen Einrichtungen arbeiten bei Bedarf eng mit den Beratungsstellen zusammen, wie beispielsweise der Jugend- und Familienhilfe (Kirchweg 10).
Die Lions zeigten sich sehr zufrieden mit der Arbeit in den HoTs. „Es tut den Kindern gut, und das ist das Entscheidende an der ganzen Geschichte“, fasste Thomas Kopsieker zusammen.
„Der Bedarf steht bei uns vor der Tür“
Allerdings stand die Frage im Raum, warum nicht die Stadt Bielefeld für die Essensangebote aufkommt. Benjamin Varnholt erläuterte die Spielregeln: „Die Kommune sorgt für eine Basisfinanzierung. Träger wie wir sind aufgefordert, das Angebot zu unterfüttern, Projektgelder hereinzuholen und mit Sponsoren zu sprechen, um ein Angebot wie das bestehende erfolgreich zu machen.“
Ein Status Quo, an dem DeineDiakonie zumindest in Sachen Mittagstisch gern etwas ändern würde. Felix Bohnhorst, u. a. Bereichsleiter für die OKJA von „DeineDiakonie“: „Wir setzen uns dafür ein, dass das Mittagsangebot vom Jugendamt anerkannt wird als Offene Kinder- und Jugendarbeit. Es nützt ja unmittelbar den Kindern und Jugendlichen. Um es klar zu sagen: Der Bedarf steht bei uns jeden Tag vor der Tür. Wir können und wollen die Kinder nicht wegschicken. Tatsache ist aber auch: Die Förderung, die wir durch die Stadt erhalten, reicht für dieses zusätzliche Angebot einfach nicht aus.“