Das Ernst-Barlach-Haus sei ein fester Bestandteil der Sennestadt und „weit mehr als eine Pflegeinrichtung“ erklärt Sennestadts Bezirksbürgermeister Lars Nockemann. „Es ist für viele Menschen ein Zuhause geworden, ein Ort der Geborgenheit, des Miteinanders und der Menschlichkeit.“ Auch die Hausleitung Natalia Dyachuk beschreibt bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen den besonderen Charakter des Hauses als familiär und sehr harmonisch. Das gelte sowohl unter den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch unter den 110 Mitarbeitenden in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Leitungsteam und Haustechnik – und vor allem im gemeinsamen Miteinander aller. „Die Pflegebedürftigen bekommen viel Liebe und Zuwendung – vom gesamten Personal.“ Ein Eindruck, der von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie vom Personal gleichermaßen geteilt wird. Die Atmosphäre im Ernst-Barlach-Haus sei herzlich, wertschätzend, humorvoll und von einem Umgang auf Augenhöhe geprägt, wie einstimmig berichtet wird. „Hier fühle ich mich zuhause“ erklärt Lieselotte Werner eine der Bewohnerinnen bei der Jubiläumsfeier. Grund dafür sei die gute Pflege: „Die hat mich nochmal auf die Beine gebracht.“
Im Zuge der Entwicklung des Ernst-Barlach-Hauses vom Altersruhesitz für weitgehend selbstständige Menschen zu einer modernen Pflegeeinrichtung mit umfassender Unterstützung und zahlreichen weiteren Angeboten rücke die Pflege immer stärker in den Fokus. Teil dieser modernen Pflegeeinrichtung ist seit über einem Jahr die mit dem Preis „Mitarbeitende.gewinnen“ der pro Wirtschaft GT ausgezeichnete Auszubildenden-Station. In dieser übernehmen Auszubildende die Verantwortung für eine komplette Pflege-Station. Mit diesem Projekt richtet sich der Blick gleichzeitig auf eine zentrale zukünftige Herausforderung: die Gewinnung und Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.
Brigit Wolf, Diakonin der Evangelischen Kirchengemeinde Bielefeld-Süd, wünscht dem Ernst-Barlach-Haus mit Blick auf die Auszubildenden-Station, dass es auch künftig genügend qualifizierte Mitarbeitende gewinnen könne, um so dem Fachkräftemangel zu begegnen. Weiter wünscht sie dem Haus, „dass das diakonische Profil auch in den nächsten Jahrzehnten sichtbar ist. Nach innen und nach außen.“ Auch Natalia Dyachuk unterstreicht diesen Wunsch nach einer christlichen Ausrichtung und kirchlichen Orientierung für die Zukunft.
Zum Profil des Ernst-Barlach-Hauses gehört außerdem noch eine kulturelle Ausrichtung. Denn das Haus ist nicht nur ein Pflege- und Altenheim, es ist gleichzeitig auch noch ein kleines Kulturzentrum. Regelmäßig finden Konzerte statt, zu denen nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner eingeladen sind, sondern auch die Öffentlichkeit. Zuletzt gab es beispielsweise Gitarrenklänge zum Frühlingsbeginn oder ein Konzert mit Filmmusik. Musik spielt eine besondere Rolle im Ernst-Barlach-Haus, denn sie ist in der Lage Zugänge zu schaffen. Sie könne es beispielsweise schaffen bei demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen, wie Nicole Schipplick vom Sozialdienst des Hauses erläutert: „und gleichzeitig verbindet Musik auch Menschen.“
An diesen Gedanken des verbindenden Miteinanders knüpfen auch die Wünsche von Nicole Schipplick und Natalia Dyachuk für die Zukunft des Ernst-Barlach-Hauses an, die Einrichtung „gemeinsam, mit Herz und Qualität zu gestalten.“
Das Ernst-Barlach-Haus ist Teil eines diakonischen Zentrums für ältere, kranke sowie pflegebedürftige und hilfsbedürftige Menschen. In Zusammenarbeit mit Diakoniestation, Service-Wohnen und Hospizarbeit bietet es umfassende Unterstützung unter einem Dach. Es bietet 99 Bewohnerinnen und Bewohnern Platz und wird vom DiakonieVerband Brackwede betrieben. Eigentümerin ist die Evangelische Kirchengemeinde Sennestadt.